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17.

Mai

2004

Tabellenführer und trotzdem Abstiegskandidat
Autor: Schulze   
Sterne : 4.00/5 (1 Stimme)


Juchhei, wir sind Erster! Jawoll, unangefochtener Tabellenführer mit 4 Punkten Vorsprung, uneinholbar und über die Maßen glorios, das ist doch mal ein Grund zum Feiern, was? Warum uns nicht zum Feiern zu Mute ist? Nun, es handelt sich um die überaus ehrenwerte, im Abstiegskampf aber leider völlig unbrauchbare Fairplay-Tabelle der 2. Bundesliga, aber wir fangen mal von vorn an:

 

Normalerweise ist es ein Grund zur Freude, wenn man einen 0:2 Rückstand noch in ein Unentschieden umgebogen bekommt - diesmal aber war sogar das zu wenig, denn, wie verwunderlich, die Konkurrenten im Abstiegskampf spielten tatsächlich gegen uns und haben nicht einfach mal verloren - kann man da eigentlich Beschwerde beim DFB einlegen? Ist aber auch zu ungerecht, wirklich...

 

Eine ernüchternde und brettharte Tatasache ist es, dass die Tugenden, die den VfB über die Jahre ausgezeichnet haben, nämlich Kampf und bedingungsloser Einsatz, wenn es darauf ankommt, im Moment nicht aufrecht erhalten werden können, da so etwas mit fußballerischen Schöngeistern nun mal nicht hinzubekommen ist.

 

Auch wenn es der Spielverlauf vermuten lässt, aber mit Abstiegskampf hatte das Spiel gegen die Staublungen-Elf aus dem Erzgebirge herzlich wenig zu tun! Vielmehr hatte man die ganze Zeit den Eindruck, dass zwar gekonnt, aber nicht gewollt wurde, weil sich einige Herren in grün-weiß vielleicht zu fein sind, den Ball auch mal an der Mittellinie zu ergrätschen!

 

Die eklatanten Fehler der Herren Kullig und Hasse, die zu den beiden Gegentoren führten, sind in meinen Augen eigentlich sogar vernachlässigbar, denn unsere Weicheier-Offensive hatte mehr als genug Chancen, dieses Spiel mit ca. 5:2 nach Hause zu fahren.

 

Wie ist es zu entschuldigen, dass ein Herr Würll freistehend im Strafraum einen Seitfallzieher probiert (und selbstverständlich kläglich scheitert), anstatt den Ball ganz klassisch zu stoppen und diesen dann am ausgespielten Torwart ins freie Tor zu semmeln? Wie ist es zu entschuldigen, dass gleich bei der ersten großen Chance für den VfB durch Adzic der quergelegte Ball nicht in das Tor hineingerätscht wird, sondern der Stürmer (mal wieder Würll) ganz gepflegt stehenbleibt und diese Riesenchance ungenutzt vertändelt? Wie ist es zu entschuldigen, dass in der Nachspielzeit der Ball zum Gegner fairplaymäßig eingeworfen wird, obwohl dieser den Ball nicht mal absichtlich ins Aus befördert hat? Mal davon abgesehen, dass die Auas(!) eigentlich sowieso mehr auf dem Rasen gelegen als gestanden haben...

 

Das alles hat mit Abstiegskampf mal wieder sowas von überhaupt nix zu tun, dass es wirklich nur noch weh tut - leider aber nicht da, wo es weh tun sollte, in des Gegners Knochen nämlich!
Nur dass das nicht falsch verstanden wird: ich will hier nicht zur Gewalt gegen gegnerische Spieler aufrufen, aber jeder, der schon mal in dieser Situation gesteckt hat, kann nachvollziehen, dass ein erster Platz in der Fairplay-Tabelle nicht das ist, was man unbedingt gebrauchen könnte, um die Klasse zu halten...

 

A propos Fairplay: "vielen Dank" an die Arschlöcher (ein passenderes Wort ist mir nicht eingefallen), die unsere "FORZA VfB"-Styroporbuchstaben zerstört haben! Leider (für mich, zum Glück für Euch) konnte ich Euch dabei nicht beobachten, sondern mir nach dem Spiel nur das Resultat ansehen, sonst wäre ich am Sonntag womöglich noch wegen extremst schwerer Körperverletzung im Knast gelandet.

 

Noch was, Herr Hecking: das Zuschauer-Aufkommen und -Verhalten im Stadion zu monieren, ist in Ordnung - nach dem Spiel gegen Aue aber nicht zu den Fans zu kommen allerdings ganz und gar nicht! Die Unterstützung durch das Publikum war zweifelsohne vorhanden, und wer, glauben Sie, ist nach so einem Spiel wohl enttäuschter? Die Fans, die mit Herzblut bei der Sache sind, oder ein Haufen Legionäre, der sich mal wieder selbst um den Erfolg bringt, weil die Hälfte der Truppe eh schon andere Verträge unterzeichnet hat? Eins ist sicher: WIR spielen nächste Saison nicht bei einem anderen Verein - die Integrität und Loyalität dieser Mannschaft ist desolat, wenn denn überhaupt vorhanden! Auch wenn's immer keiner glaubt, aber wir wissen, wovon wir reden. Bei einigen Verantwortlichen steht das durchaus mal zur Debatte...

 

Wir sehen uns in Fürth, voller Hoffnung und mit haufenweiser guter Laune (jedenfalls vor dem Spiel), um die Mannschaft zu unterstützen - Ihr braucht nur zu gewinnen, den Rest erledigt die Liga, dann können wir eine wunderbare Nicht-Abstiegs-Party feiern - ob wir allerdings die Mannschaft dabei haben wollen - ich glaub' eher nicht...

 

In diesem Sinne:

der Platzwart


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