23. Aug 2003 |
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zugegeben: ist echt ziemlich weit nach Regensburg, aber... ...einer muss ja!
Schon direkt nach Abpfiff des an dieser Stelle nicht näher erwähnten Haching-Spiels hatten Andy und ich beschlossen: einer von uns beiden MUSS mit zum folgenden Auswärtsspiel in Regensburg! Wir hatten das Wochenende Zeit und am Montag war klar: ich werde, gemeinsam mit Ulle, am Freitag im ca. 760 km entfernten "Jahn-Sportpark" das Banner der Alten Riege hochhalten - einer muss ja!
Wohlan, während ich diesem Ereignis entspannt, wenn auch nicht unaufgeregt, entgegensah, mühte sich Kollege Ulle zu angespannter und detailversessener Präzision, um diese nicht gerade kurze Auswärtsfahrt anzugehen, so dass er eigentlich schon ab Mittwoch auf gepackten Koffern saß und sich andauernd fragte, wann das denn nun endlich alles so losginge, ist schließlich schon Mittwoch, sind gerade mal noch grob geschätzte zweieinhalb Tage bis zum Anpfiff, keine Zeit zum verplempern, also!
Wie dem auch sei, bei den Auswärtsauto-Organisationsverantwortlichen wurde telefonisch noch eine weitere Stunde herausgeschlagen, so dass wir uns statt um 8:15 Uhr schon um 7:15 Uhr getroffen haben - das war auch gut so, denn durch diverse Umstände haben wir uns letzendlich doch erst gegen acht auf unsere lange Reise gemacht: zwei 9er-Busse, voll besetzt. Im Gepäck: ordentlich Flüssignahrung und die Gewissheit, für uns absolutes Neuland zu betreten, was wird uns bloß in Bayern erwarten? Wir sollten nicht enttäuscht werden!
Ulle und ich hatten abgemacht, die Fahrer für die Hintour zu spielen und so kam es dann auch: erst Ulle (geheizt wie'n Gaskranker), dann ich (noch schlimmer). Naturgemäß kam es recht frühzeitig zur ersten Pinkelpause, der noch diverse weitere folgen sollten (10 min.-Abstand?).
Je näher wir unserem Reiseziel kamen, desto grotesker wurden die Szenen, die sich bei diesen Pausen auf dem Rastplatz abspielen sollten! Ich denke, man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die These, der Mensch stamme vom Affen ab, den Affen ganz schön Unrecht tut!
So gegen 16:00 Uhr war es dann soweit: Ortsschild Regensburg, yeah, geschafft! Sehr geil: der Jahner Fanbeauftragte Martin hat uns auf einem Parkplatz eingesammelt und komplett in einen gemütlichen Biergarten verfrachtet, das Stadion gleich um die Ecke - prima!
Ich musste dann noch kurz in Rekordzeit meinen Bierpegel erheblich anheben, schließlich bin ich ja stocknüchtern in Bayern angekommen! So geht das ja nun auch nicht...
18:30 Uhr: auf ins Stadion, wurde Zeit. Kaum drin, die erste Nachricht, die unser Wohlwollen der bayerischen Exekutive gegenüber deutlich sinken liess: 2 unserer ingesamt 18 Mitstreiter sind gleich mal vorsorglich auf dem Weg zum Stadion von den Grünen aussortiert worden - zu viel Alkohol im Spiel, hiess es, na dufte!
Los ging's also, schöner Sommerabend, ca. 10 Minuten gespielt. Ein Abtasten beider Mannschaften, noch 0:0. Ich ganz gemütlich angezogen, so mit Trikot und kurzer Hose und Strohhut auf und 'n Bierchen vorm Bauch und so. In meiner seitlichen Beintasche das Stadionheft (ironischerweise mit "hummel"-Werbung auf der Rückseite - Motiv: VfB Lübeck, hihi!) zusammengerollt festhaltend, damit es mir nicht runterfällt. Nochmal die Sonnenbrille zurechtgerückt - ich war soweit.
Aus heiterem (tatsächlich) Himmel tippt mir jemand auf die Schulter: eine mehr oder minder freundlich dreinschauende junge Dame in grün-grünem Gewand mit doppelt so grossem Kollegen als Feuerschutz.
"Leeren Sie bitte mal Ihre Taschen aus!", war die nächste Forderung. Junge Junge, die geht aber ran, dachte ich. Und gerade, als ich ihr klarmachen wollte, dass ich verheiratet bin, wurde mir bewusst, dass sie lediglich auf beruflicher Ebene mit mir umgeht.
Nun denn, ich beendete unsere Zusammenkunft mit den Worten "Naja, ich mache hier nur meinen Job - und Sie sicherlich auch, was?", packte meinen Krempel wieder ein und begab mich unter "Schulze und die Knarre - oh - oh oh oh oh!"-Sprechchören 'meiner' Fans wieder in den Block.
Dass das Spiel 4:0 für uns ausging und dass unser Banner ausser den Toren so ziemlich das einzige war, was man während des DSF-Berichtes zu sehen bekam, brauche ich wohl nicht mehr grossartig zu erwähnen - mache ich aber trotzdem, da dies eine wirklich fantastische Auswärtsfahrt eigentlich zu einer legendären welchen werden liess.
Die Rückfahrt gestaltete sich eigentlich wie immer: viel weniger Pinkelpausen, mehr Ruhe im Bus und Glückseligkeit allenthalben.
Fazit: insgesamt ca. 1.600 km Strasse, 24 Stunden unterwegs für nicht mal 2 Stunden Fussi, Ärger mit den Sheriffs - was für eine Qual!
Wenn ich kann, bin ich wieder dabei - einer muss ja!
der Platzwart
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